Grifflos glücklich
Moderne Beschlagtechnik macht’s möglich

Die reine Materialität in den Mittelpunkt gerückt

Der Trend zur offenen Küche, die sich direkt an das Esszimmer oder an den Wohnraum anschließt, ist ungebrochen. Der auf diese Weise zum Wohnraum gehörende Küchenbereich soll allerdings nicht funktional oder technisch aussehen, sondern so viel Wohnlichkeit wie möglich ausstrahlen. Zur wohnlichen Ausstrahlung einer Küche gehört es selbstverständlich, dass Elektrogeräte wie Geschirrspüler, Kühlschrank oder Waschmaschine unsichtbar bleiben, indem sie vollintegriert werden und komplett hinter Schrankfronten verschwinden. Ein großer Trend geht dahin, dass die Schrankfronten nicht einmal mehr durch Griffe als Türen oder Auszüge erkennbar sind. Das eröffnet ganz neue Möglichkeiten, mit der Kücheneinrichtung Räume zu gliedern und zu gestalten.

Hochwertige Materialien und elegante Wohnfarben geben modernen Küchen einen exklusiven Look und lassen sie weniger nach Funktionsraum als nach Wohnraum aussehen. Gerade hierbei sind Frontflächen ohne Griffe ein wichtiger Faktor, denn so steht die Materialität ununterbrochen im Vordergrund. Die Maserung von Naturhölzern wie Eiche, Kernbuche oder Nussbaum kommt besonders schön zur Geltung, wenn kein Metallgriff oder Keramikknopf davon ablenkt. Auch hochglänzende oder matte Küchenfronten in Weiß oder angesagten Grau- und Nude-Tönen bekommen ohne Beschläge eine wertigere Aussage. Die horizontal und vertikal verlaufenden Fugen zwischen den Türen und Auszügen entfalten die Kraft einer gestalterischen Struktur. Achten Sie bei den Fugenverläufen auf ein ausgewogenes und stimmiges Gesamtbild. Viele kleine Schubladen können sich auch als Innenauszüge hinter einer gemeinsamen Front verstecken, um den ruhigen Gesamteindruck nicht zu unterbrechen.

Moderne Beschlagtechnik macht’s möglich

Natürlich müssen Sie auch bei einer grifflosen Küche nicht auf den vollen Bedienkomfort verzichten. Es gibt im Gegenteil moderne mechanische und elektronische Beschlagtechnologien, die das Öffnen und Schließen der Türen und Auszüge noch einfacher und bequemer machen als es jeder Hightech-Griff könnte. Insgesamt stehen drei Beschlagvarianten zur Wahl:

  1. Unsichtbare Griffleisten, die sich am oberen oder seitlichen Rand der Frontfläche befinden und hinter die man greift, um die Tür oder Schublade manuell zu öffnen. Meist erstrecken sie sich über die gesamte Länge oder Breite der Front, so dass man bequem agieren kann.
  2. Am stärksten verbreitet ist die Push-to-Open-Technologie, bei der sich Schubladen und Schranktüren durch Antippen eines bestimmten Punktes selbständig öffnen. Das ist besonders um Bereich von Unterschränken praktisch, weil man die Türen auch mit dem Knie oder der Hüfte antippen kann – sehr hilfreich, wenn man den Mülleimer öffnen will, aber beide Hände voll hat.
  3. Schließlich gibt es auch noch die motorisierte Variante, bei der Sie das Öffnen der Schränke und Schübe über einen Sensor auslösen. Natürlich kann dieses System auch mit der Push-to-Open-Technologie kombiniert werden.

Ein architektonisches Gesamtwerk

Insgesamt entsteht durch Küchenfronten ohne Griffe ein puristischer und geradliniger Look, der zu einer minimalistischen, modernen Architektur passt. Wie ein architektonisches Element nehmen sich die Küchenfronten ohne Unterbrechung durch Griffe zurück. Klug eingesetzt und in die Gesamtarchitektur eingeplant, treten grifflose Frontflächen als gestalterisches Element auf, das elegant zurücktritt, gleichzeitig aber eine strukturierende Funktion haben kann. Natürlich ist es auch möglich, mit grifflosen Fronten Farbfelder zu gestalten und auf diese Weise besondere Aufmerksamkeit auf die Frontflächen zu lenken. Als Möbel sind Küchenschränke mit grifflosen Fronten kaum wahrnehmbar. Sie erscheinen vielmehr als gestaltende Flächen. Das Design ist geradlinig, klar und pur. Küchen mit grifflosen Fronten lassen sich auf eine sehr elegante und zurückhaltende Weise in Wohn- oder Essräume integrieren.


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