So geht Einrichten!
Tipps von der Wohnberaterin Marion Hellweg

So einfach geht schönes Wohnen!

Einem Raum – oder sogar einer ganzen Wohnung – eine neue Atmosphäre zu verleihen ist einfacher als gedacht. Aber wie geht man vor und wo fängt man am besten an? Das verrät Ihnen hier die Interior-Designerin Marion Hellweg und gibt Ihnen eine kleine Hilfestellung in Sachen Wohnraumgestaltung. Mit diesen Experten-Tipps und -Tricks gelingt Ihnen garantiert das wohnliche Makeover in Ihrem Zuhause.

Die Basics müssen stimmen. Sie sind das Setting der Wohnbühne.

Wenn Sie Ihre Wohnwelt neugestalten möchten, ist es wichtig, dass Sie sich zuerst für die Hauptdarsteller entscheiden. Das sind essentielle Möbelstücke, die für den Wohnalltag unerlässlich sind, wie zum Beispiel ein komfortables Sofa, ein schöner Tisch mit Stühlen, ein geräumiges Sideboard, ein gemütliches Bett und ein gut strukturierter Schrank.

Grundsätzlich können das bestehende oder geerbte Möbelstücke sein, aber Sie sollten gut darüber nachdenken, ob das jeweilige Möbelstück nur ein „Platzhalter“ ist, bis Sie sich letztendlich Ihr Traummöbel kaufen, oder ob es wirklich das Möbelstück ist, das sie als bleibenden Mitbewohner behalten möchten. Sollte es ein Platzhalter sein, ist es ratsam, das Möbel zu verkaufen oder zu verschenken und Nägel mit Köpfen zu machen. Das heißt: sich das Traummöbel anzuschaffen! Sie werden sonst nie hundertprozentig glücklich sein. Und es wäre schade, den Aufwand eines Makeovers oder einer Neugestaltung zu betreiben, wenn es eigentlich nur eine Zwischenlösung ist.

Also: Gehen Sie in Ruhe Ihr Möbel-Inventar durch: Was soll bleiben und wo ist es an der Zeit für Neues. Erst wenn Sie die Basics final zusammengestellt haben, können Sie mit dem nächsten Schritt, der Ergänzung der Grundausstattung, fortfahren.

Bleiben Sie bei einer Stilrichtung. So wirkt Ihr Zuhause stilvoller.

Sie haben nun die Möbelliste Ihrer Hauptakteure zusammengestellt? Dann können Sie damit beginnen, diese mit passenden Kleinmöbeln, Regalen und Beistellern zu erweitern. Hier ist es ratsam, die Möbel-Kombis insgesamt farblich so auszusuchen, dass sie vom Stil her gut zusammenpassen.

Wenn Sie nordisches Wohndesign mögen, bleiben Sie bei diesem Stil. Wenn sie ein Faible für den modernen Landhausstil haben, wählen Sie Ihr Interieur aus diesem Spektrum. Wenn Sie es natürlich mögen, setzen Sie auf nachhaltige Naturmaterialien wie Holz, Naturstein, Leder und Korb. Wenn Sie eher der monochrome Wohntyp sind, entscheiden Sie sich am besten für Möbel in Weiß und/oder Schwarz bzw. Grau. Grundsätzlich gilt: Je neutraler und harmonischer Sie ihre Basics aussuchen, umso einfach wird es später, mit farblichen Elementen zu spielen und Highlights zu setzen. Sie können natürlich auch einige extravagante Einzelstücke wählen. Achten Sie dabei aber darauf, dass kein buntes Durcheinander entsteht, sonst wirkt das Gesamtbild zu unruhig und weniger stilvoll.

Ein Moodboard ist eine tolle Entscheidungshilfe.

Sie haben nun die Möbelliste Ihrer Hauptakteure zusammengestellt? Dann können Sie damit beginnen, diese mit passenden Kleinmöbeln, Regalen und Beistellern zu erweitern. Hier ist es ratsam, die Möbel-Kombis insgesamt farblich so auszusuchen, dass sie vom Stil her gut zusammenpassen.

Wenn Sie das Interieur ausgesucht haben, können Sie mit der Farbgestaltung beginnen. Hier können Sie aus dem Vollen schöpfen und sich so richtig austoben oder nur dezente Farbakzente setzen. Saisonal können Sie zum Beispiel mit farbigen Wohnaccessoires wie Kissen und Plaids sowie Deko-Objekten wie Bilder, Teelichter und Vasen spielen, die auf die jeweilige Jahreszeit abgestimmt sind. Dabei können Sie Ihre Wohnbühne variabel gestalten und immer wieder neu definieren. Hier ist es hilfreich, sich ein Moodboard zu basteln, um farbliche Unstimmigkeiten zu vermeiden. Das Moodboard kann aus Zeitungsausrissen, Papier-, Stoff oder Tapetenschnipseln, Materialresten, u.a. bestehen. Suchen Sie sich dafür farblich Dinge heraus, die Ihnen persönlich besonders gut gefallen und arrangieren Sie alles entweder auf dem Boden oder Tisch – oder kleben Sie es als Collage auf einen großen Karton. Die Farb-Range sollte dabei nicht zu weit auseinandergehen. Bleiben Sie lieber bei wenigen, harmonischen Farben. Dieser Prozess kann eine Zeit lang dauern. Sie sind erst am Ziel, wenn Sie Ihr Arrangement ansehen und das Gefühl haben: „Das sind die Lieblingsfarben für mein Zuhause!“

Farben beeinflussen unsere Stimmung.

Kniffliger wird es, wenn es darum geht, den Background festzulegen, das heißt, die Wände farbig zu gestalten. Schließlich lässt sich eine gestrichene Wand nicht so schnell wie ein Kissenbezug ersetzen. Wenn Sie also Bedenken haben, ob Ihnen ein bestimmter Farbton wirklich gefällt, streichen Sie einfach ein großes Brett mit der Farbe und lehnen es einige Tage an die dafür vorgesehene Wand

Schauen Sie es sich immer wieder an. Wenn Sie sich sicher sind, dass es der richtige Farbton ist und Sie sich wohl damit fühlen, können Sie die ganze Wand damit streichen. Ähnlich können Sie auch mit einer Tapete verfahren. Im Fachhandel können Sie sich Tapetenmuster mit nach Hause mitnehmen und sie provisorisch an der Wand anbringen. Wenn Sie das Gefühl haben, dass die Tapete gut zu ihrem Interieur passt, seien Sie ruhig mutig und tapezieren Sie damit eine Wand (oder zwei Wände) als gestalterisches Element. Alle vier Wände zu tapezieren ist in der Regel zu viel. Es wirkt oft zu erdrückend und der Raum erscheint dadurch kleiner. Außerdem lässt ein zu auffälliger Hintergrund den Möbeln zu wenig Spielraum, sich davor optimal entfalten zu können.

Das Hygge-Gefühl zieht mit Wohlfühl-Materialien ein.

Richtig behaglich wird es mit Teppichen, Vorhängen und anderen Wohnaccessoires aus passenden Stoffen. Sie runden die perfekt geplante Wohnraumgestaltung ab.Hinsichtlich der Teppich Auswahl sollten Sie nicht nur auf die Farbe, sondern vor allem auch auf die Größe achten. Vor dem Sofa darf die Abmessung des Teppichs die Länge und Breite der Sitzlandschaft betragen (oder etwas größer sein). Das verbindet das Sofa optisch mit dem davorliegenden Bodenschmeichler. Zusammen mit dem Couchtisch ergibt das Trio eine wohl proportionierte Wohninsel, die als Einheit fungiert. Wenn Sie einen Teppich unter dem Esstisch platzieren möchten, sollten Sie darauf achten, dass er nicht zu hochflorig (pflegeleicht!) ist und insgesamt die Fläche „Tisch mit Stühlen“ einnimmt. Wenn Sie sich für bunte Wände oder eine Tapete mit auffälligem Muster entschieden haben, wählen Sie am besten dezente Vorhänge in neutralen, unauffälligen Farben. Eine eher schlicht gestaltete Wohnbühne kann im Gegenzug auch mal etwas auffälligere Gardinen vertragen, die ein Statement setzten.

Grüne Mitbewohner beleben Ihr Zuhause.

Nun ist Ihr Zuhause stilvoll eingerichtet. Fehlen nur noch? Die Zimmerpflanzen! Lassen Sie sich dabei am besten in einem Fachgeschäft beraten, welche grünen Lieblinge für ihren Wohnalltag am besten geeignet sind. 

Dafür zeichnen Sie die Wunschplatzierungen der Pflanzen in Ihrem Grundriss ein (Fensterbrett, Wohnraumecke, Regal, Sideboard, etc.). So kann der Fachmann besser entscheiden, welche Pflanze für welchen Standort optimal geeignet ist. Eine Geigenfeige mag es z.B. nicht zu dunkel, eine Calathea hingegen ist mit weniger Sonnenlicht zufrieden. Auch wenn Sie kein großer Pflanzenfan sind, sollten sie ein paar grüne Mitbewohner integrieren, denn sie reinigen die Luft und filtern Schadstoffe wie Aceton, Benzol und Formaldehyd. Kurz: Pflanzen wirken sich höchst positiv auf Ihr Zuhause aus, weil sie für ein angenehmes Raumklima sorgen.

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