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Wie arbeite ich im Home-Office?

„Home-Office“ ist schon länger ein Arbeits-Trend, der durch die derzeitige Krise noch mehr in den Mittelpunkt unseres Alltags gerückt ist. Und nicht nur das: Viele werden nun bemerken, wie wichtig es ist, in den eigenen vier Wänden einen Arbeitsplatz zu haben, der effizient, zweckmäßig und übersichtlich ist. Darüber hinaus sollte er auch „cozy & stylish“ sein! Interior-Expertin Marion Hellweg verrät, wie sie selbst zuhause arbeitet und auf was Sie in Ihrem Home-Office achten sollten.
 

Zuhause Arbeiten

Nicht jeder arbeitet in seinem beruflichen Alltag von zuhause aus. Es gibt zwar einige, die Vollzeit in ihrem Home-Office sitzen, aber auch andere, die nur an bestimmten Tagen daheim arbeiten oder wenn es dafür besondere Situationen gibt (z.B. wenn ein Handwerker kommt oder die Heizung abgelesen wird). Für mich selbst ist ein fester Arbeitsplatz zuhause selbstverständlich: Ich habe seit zehn Jahren in meiner Altbauwohnung ein eigenes Redaktionsbüro integriert. Das bedeutet in der derzeitigen Situation, dass sich arbeitstechnisch für mich nicht viel geändert hat. Jedoch für meinen Mann, der so gut wie nie Home-Office macht. Also musste hier spontan eine Lösung her: Wir haben für ihn einen provisorischen Arbeitsplatz am Küchentisch eingerichtet. Der Tisch ist groß genug für Laptop und Unterlagen, außerdem gibt es genügend Anschlüsse für Elektrokabel ­– und wenn man(n) die Küchentür schließt, kann er ungestört telefonieren. Natürlich ist das (wie derzeit bei vielen) nur eine Übergangslösung. Aber es ist doch auch gut möglich, dass wir nun merken, dass wir in Deutschland ruhig öfter mal von zuhause aus arbeiten könnten. Und spätestens dann sollten wir uns überlegen, einen festen Arbeitsplatz zu integrieren.

Hierfür habe ich 5 Tipps zusammengestellt, wie Sie Ihr Home-Office optimal gestalten können:

1. Ordnung

Es gibt eine Regel, die ich Ihnen zu Beginn unbedingt mitgeben möchte: Chaos im Sichtfeld macht auch Chaos im Kopf! Wenn uns zu viel umgibt, das uns optisch stört, finden wir nicht die nötige Ruhe, die wir brauchen, um konzentriert und unbeschwert arbeiten zu können. Darum hat es meiner Meinung nach oberster Priorität, dass Sie Ihren Arbeitsplatz zuhause (das gilt übrigens für das gesamte Wohnumfeld!) in Ordnung halten! Räumen Sie den Tisch, auf dem Sie arbeiten, regelmäßig auf. Am besten immer wieder über den Tag verteilt und auf jeden Fall am Abend, damit Sie am nächsten Morgen mit einem klaren Kopf frisch ans Werk gehen können. Wenn Sie sowieso damit liebäugeln, einen festen Arbeitsplatz zuhause zu intergieren, können Sie zusätzlich noch Regale an der Wand montieren, die Ihnen helfen, Ihren Arbeitsalltag zu strukturieren und in Ordnung zu halten. Außerdem sollte alles übersichtlich und griffbereit sein, was Sie für Ihre Arbeit benötigen.

2. Raumteiler

Natürlich hat nicht jeder daheim ein eigenes Arbeitszimmer. Viele müssen in ihrem Wohnumfeld einen geeigneten Platz suchen, an dem sie ein Home-Office integrieren können. Das sind oft funktionale Ecken, die zwar klar als Arbeitsplatz definiert werden können, aber dennoch immer noch ins Gesamtbild des Refugiums passen sollten. Eine gute Lösung wäre hier zum Beispiel ein Raumteiler, der den Arbeits- vom Wohnbereich trennt. So bleibt das Raumgefüge zwar offen, aber das Gefühl wird dadurch vermittelt, sich etwas abgrenzen zu können. Als Raumteiler eignen sich offene Regalwände, da sie lichtdurchlässig sind und so den Raum nicht allzu sehr abdunkeln. Außerdem können Sie eine Vorhangschiene mit einem Vorhang oben an der Decke so anbringen, dass Sie ihn vorziehen können, wenn Sie vom restlichen Raum abgeschirmt arbeiten möchten.

3. Stauraum

Jedes Zuhause hat andere räumliche Voraussetzungen, die einen auch vor unterschiedliche Herausforderungen stellen, wenn man einen Arbeitsplatz integrieren möchte. Vor allem das Thema „Stauraum“ ist hier oftmals problematisch. Zum Beispiel gibt es manchmal für Dachschrägen oder andere Winkel keine passenden Möbel. Maßgefertigte Einbauten können hier natürlich eine gute Lösung sein, aber auch Stufenregale und Eckschränke, die in Handumdrehen für neuen Stauraum sorgen und so mehr Platz und Übersicht schaffen. Auch geräumige Kommoden und Sideboards sind ideal, um Dinge aus dem Sichtfeld verschwinden zu lassen. Und Schreibtischkram verschwindet leicht & easy in hübschen Aufbewahrungsboxen.

4. Ergonomie

So verlockend eine bequeme Couch auch ist, zum Arbeiten ist sie eher ungeeignet. Man sitzt nicht optimal, da die gewöhnliche Sofasitzhöhe zu niedrig für ein „ergonomisches Sitzen“ ist. Auch wenn Sie die Beine hoch- und sich Ihren Laptop auf den Schoß legen, ist das auf Dauer eher kontraproduktiv für Ihren Rücken und Ihre Körperhaltung. Zur Erklärung: Ein optimales Verhältnis von Arbeitsfläche und Sitzhöhe ist essentiell, um in einer aufrechten, gesunden Sitzposition länger arbeiten zu können. Der Abstand von Tischkante und Sitzhöhe sollte daher ca. 30 cm ausmachen. Hat ein Tisch eine Höhe von 80 cm, sollte die Sitzhöhe etwa 50 cm betragen. Natürlich sind diese Maße auch von der Körpergröße abhängig und können individualisiert werden.

5. Arbeitszeit und Freizeit

Neben all den wohnlichen Tipps möchte ich Ihnen ans Herz legen, sich zuhause feste Arbeitszeiten zuzulegen – genauso, als würden Sie im Büro arbeiten. Stehen Sie zur gewohnten Zeit auf, machen Sie sich fertig, frühstücken Sie und dann setzen Sie sich an Ihren Home-Office-Platz. So behält Ihr Alltag seine gewohnte Struktur und Sie tappen nicht in die Falle, zu spät mit der Arbeit zu starten und dann in Stress zu geraten, weil Sie Ihr Arbeitspensum tagsüber nicht schaffen. Außerdem rate ich Ihnen, nicht durchzuarbeiten. Machen Sie regelmäßige Pausen, um neue Energie zu tanken! Denn Erholungsphasen sind auch im Home-Office wichtig, um eine optimale Leistung bringen zu können. Kurz: Trennen Sie auch zuhause Ihren privaten Alltag von Ihrem Arbeitsleben.

Und zu guter Letzt: In Ihrem privaten Refugium haben Sie die Entscheidungsfreiheit, Ihr Home-Office so zu gestalten, wie Sie es möchten. Mit tollen Farben, Tapeten und Designs, sowie mit schönen Bildern, Wohnaccessoires, Blumen und Pflanzen. Bleiben Sie auch in Ihrem Home-Office Ihrem persönlichen Wohnstil treu. Über meinem Schreibtisch hängen zum Beispiel Bilder, Postkarten und alte Eintrittskarten, die für mich eine persönliche Bedeutung haben... mittendrin ein cooler Print mit dem Wording „Always look on the wild side of life!“


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